hier gibt’s keine kompletten Listen. Eher Sachen, die einem unterwegs zu Diesem und Jenem einfallen.

Jacken

Der Trend geht ja weiterhin zur ‘Multifunktions-Jacke’ — die am besten von Arktis bis Regenwald immer optimales Körperklima liefert, aber das ist Werbung, besser gesagt die übliche Übertreibung in der Werbung. Selbst in seriösen Ausrüstungsbüchern schreiben die Autoren wohl manchmal die Werbetexte der Hersteller ab und man glaubt dann, das seien ihre persönlichen Erfahrungen. Eine ehrliche und gute Diskussion des Themas habe ich bisher nur bei dem schwedischen Hersteller ‘Klattermusen’ gefunden. Bei einigermaßen zügigem Gehen ist jede Jacke, die eine Art Membrane als Feuchtigkeitssperre einsetzt, über kurz oder lang ein Sauna-Anzug. Manche argumentieren mit dem außen/innen Klimagefälle, das stimmen muß. Meine Erfahrung: Unsinn, reine Theorie – dazu entwickelt sich zwischen Haut und Kleidung nicht genügend Druck. Verstärkt wird das Problem natürlich noch dadurch, dass der Rucksack durch Schulter-, Brust- und Hüftgurt die wärmeproduzierenden Körperregionen in lauter isolierte Zonen aufteilt, zwischen denen kein Ausgleich stattfinden kann. Das (erprobt) Beste bei kühlerem Wetter (5°C) ist kein winddichtes Fleece als Aussenhaut. (Gilt natürlich nicht an stürmischen Tagen, da muß man halt abwägen und ausprobieren). Ein leichtes Fleece unter einer dünnen, aber dichtgewebten Baumwolljacke finde ich optimal. Das Fleece transpotiert die Körperfeuchtigkeit in die Baumwolle, die natürlich feucht wird aber die Körperwärme läßt die Feuchtigkeit durch die Baumwolle aufsaugen und schließt sie nicht unter der Jacke ein. Baumwolle ist nur gerade nicht ‘in’, Mischgewebe tun’s natürlich auch – probiert’s einfach aus.
Das ‘ventile®’-Gewebe (Markenname) habe ich noch nicht ausprobiert. Es ist Baumwolle mit besonders langen Fasern, die sehr dicht gewebt werden und die bei Nässe stark aufquellen und dann das Gewebe verdichten. Soll eine ganze Zeit lang funktionieren – sagt die Werbung. Jetzt – im Jahre 2011 – bin ich im Besitz so einer Jacke (Klattermusen / Einride) und teste sie gerade in verschiedenen Wetterlagen. Schon mal dies als erste Erfahrung: sie wird ziemlich schnell nass bei starkem Dauerregen, man kann sie also nicht mit nur einem kurzärmeligen T-Shirt drunter tragen, dann verliert man zu viel Körperwärme. Ein Fleece mit wasserabweisender Oberflächenausrüstung (keine Membrane!) wäre gut zum Unterziehen. Weiteres folgt …

Wandern mit Schirm?
Ja, auch wenn’s uncool ist. Es gibt einen hervorragenden Treckingschirm: den Birdiepal der Firma Göbel (Carbongestnge, gute Verarbeitung, nicht billig, ca. 50 €). Der Vorteil: Man kann auch bei Regen gut mit der Karte arbeiten und man kann am Berg z.B. ohne Kapuze und mit halb geöffnetem Reißverschluß gehen, wo die anderen sich in ihren Goretexjacken totschwitzen. Nachteile ganz klar: Extragewicht und eine Hand ist belegt. Aber die Vorteile heben die Nachteile auf, finde ich.

Die Kleinen Dinge…

…sind es, die einem am meisten fehlen, wenn man sie vergisst. Z.B. das Trageband für die Sonnenbrille (hat das Ding eigentlich einen offiziellen Namen?). Es zu vergessen kann auch gefährlich sein: Wenn einem auf Steilpfaden die Brille von der Nase rutscht… als Folge schlechte Sicht oder gar entzündete Augen von der UV-Strahlung… — also das Bändsel immer einpacken oder den Rat eines erfahrenen Bergführers (den ich nicht einmal persönlich kenne, aber der Rat ist trotzdem Gold wert) befolgen: die wirklich wichtigen Sachen (und dazu gehören Brille und Sonnenbrille) auf einsamen Touren schon mal doppelt mitnehmen.

Handschuhe

Gut sitzende Lederhandschuhe — oder z.B. auch Seglerhandschuhe — sind für mich ein unverzichtbarer Teil meiner Ausrüstung, sogar auf Tagestouren. Im Dickicht auch mal in dornige Zweige greifen können oder bei Kletterpassagen in rauhem Stein — dazu sind sie bestens geeignet (aber ich würde sie nicht fürs ‘richtige’ Klettern empfehlen, dazu sitzen sie zu locker). Oder: Feuerholz klein brechen, den Lagerplatz einrichten… sogar als Sitzunterlage für kurze Pausen müssen sie herhalten. Es gibt auch sogenannte Schnittschutzhandschuhe aus Dyneema (Kevelar?) im Werkzeughandel, sind auch eine Überlegung wert.

Feuerstarter-Kit
Auch so ein “für-alle-Fälle” Teil: Ein gut gefülltes Gasfeuerzeug, ein kleiner Kerzenstummel und ein kleines Stück Grillanzünder (aus getränktem und gepresstem Holzmehl) – damit sollte man auch bei schlechtem Wetter und in Notsituationen ein Feuer in Gang kriegen. Es gibt ja im Outdoorhandel auch diese Magnesiumstäbe, von denen man Funken herunterschnitzt – aber ich würde das vorher erwähnte Set vorziehen, denn wenn man mal in eine Situation kommt, wo man so was braucht, sind es nach dem Murphygesetzt bestimmt die ungünstigsten Umstände zum unglücklichsten Zeitpunkt.