Diesmal geht’s von ganz unten, von der Straße im Tal los. Langsam gehen wir durch das ‘Vorsäss‘ bergan. Um 9:00 Uhr ist’s schon richtig warm. Unterhalb der letzten Alpe scheint der Talschluß zu sein. Aber das täuscht, über der Felsbarriere, von der malerisch ein Wasserfall stürzt, geht es dann einfach auf die nächst höhere Talebene. Und dort liegt überraschenderweise auch noch eine Menge Altschnee (weil Nordseite). Der schluckt die normalen Wegzeichen und so müssen wir uns auf’s Raten, Vermuten und Suchen verlegen. Aber wir sind das Gehen auf verharschtem Schnee nicht gewohnt und wenn die Hangneigung steiler wird, werden wir sehr vorschtig, denn wir haben kein Seil zur Sicherung. Das Spurtreten kostet Kraft, ist aber auch sinnvoll im Hinblick auf den Rückweg. Schneehänge und dazwischen freigetaute Flächen legen eine Art Tarnmuster in die Landschaft, was die Orientierung erschwert. Trotzdem schaffen wir es gut bis zum Sattel. Ausgiebige Rast mit herllichem Blick auf das Bergpanorama gen Süden. Hier schliesst ein Einzelwanderer zu uns auf, ein Tübinger mit viel Humor: ”Ich mache nur Erstbesteigungen”. Aber davon eine ganze Menge, offensichtlich ist er Pensionär und kann sich die Termine frei wählen. Hier auf dem Sattel ist zu dieser Zeit die letzte Möglichkeit zum Trinkwasser nachfüllen (aus einem abschmelzenden Schneefeld, schmeckt etwas metallisch). Der weitere Aufstieg ist dann am Südhang. Man quert den Hang ein unerwartet langes Stück nach Osten, bevor er dann im Zickzack aufwärts geht (mit jetzt weiß-blau-weiß Markierung ‘für Geübte’). Unterhalb des Westgipfels zwei Passagen, die bei nassem Wetter mit Vorsicht zu genießen sind (lehmig). Die Scharte zwischen West- und Ostgipfel dagegen gut gestuft und seilgesichert. Zum Ostgipfel ein kurzer gerölliger Anstieg und eine großartige Aussicht.
Der Rückweg wurde uns lang, wahrscheinlich auch, weil wir unsere Hinroute nicht konsequent über die Schneefelder zurückgegangen sind. Mit müden Beinen zurück zum Auto. Mit Pausen waren es dann doch zehn Stunden.

Hinterlasse einen Kommentar
Kommentar-Feed für diesen Beitrag